Motoröl

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Über kaum ein Thema habe ich wohl im Banditforum bisher so viel gelesen, wie über dieses, und doch ist man sich nie komplett einig geworden: Trotzdem (oder gerade deswegen) nun hier der ultimative Beitrag zum Thema Öl.

Insgesamt ist zu sagen: So kompliziert ist es eigentlich gar nicht, viel falsch machen könnt Ihr kaum, wenn Ihr Euch an einige Grundsätzlichkeiten haltet – der Bandit-Motor stammt in seiner Konstruktion aus einer Zeit, in der die Öle grundsätzlich schlechter waren als heute… ein günstiges Öl tut es also auch, es muss nicht das teuerste sein – eher im Gegenteil:

Mineralisch? Teilsynthetisch? Vollsynthetisch?
Zunächst einmal der einfachste Teil: Ziemlich einig scheint man sich hier im Forum darüber zu sein, dass vollsynthetische Öle im Banditmotor unnötig sind, mancher spricht gar von ungeeignet (obwohl auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen und problemlos vollsynthetische Öle in der Bandit fahren): Additive zur Reibwertminderung können zu Kupplungsrutschen führen, wenn das Öl nicht zur Verwendung in Motoren mit Ölbadkupplungen geeignet ist – erhöhter Verschleiß der Kupplung wäre die Folge, es sollte umgehend ein Ölwechsel erfolgen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergriffen werden! Etwaige Schrauberei und Kosten könnt Ihr Euch also sparen… wer allerdings ein vollsynthetisches Öl fahren will, sollte unbedingt besonders darauf achten, dass das Öl für Motorräder mit Ölbadkupplungen geeignet ist, damit solltet Ihr auf der sicheren Seite sein.
Allgemeiner Tenor im Forum ist auch, dass ein günstiges, mineralisches, motorradgeeignetes Öl im Prinzip für den (in seiner Konstruktion doch schon etwas betagten) Banditmotor vollkommen ausreichend ist – mancher im Forum schwört allerdings auch auf teilsynthetische (technosynthetische) Öle, die einen besseren Verschleißschutz versprechen als mineralische Öle… mit beidem macht Ihr allerdings grundsätzlich erstmal nichts falsch.

Zum Thema Viskosität:
Auch hier scheiden sich die Geister: Fährt so mancher Saisonfahrer auch ein 20W-50, ist für den Durchschnittsbanditen ein 10W-40 oder ein 10W-50 bei jeder Jahreszeit, bei der das Mopedfahren 90% der Mopedfahrer noch Spaß macht, eine gute Wahl.
Wen selbst der tiefste Winter nicht schreckt, der kann natürlich auch auf ein 5W-40 zurückgreifen.

Und die ganzen Normen?
Im Gegensatz zum Auto stellt die Bandit einen ganz entscheidenden Anspruch an das Motoröl: Es gibt kein separates Getriebeöl, das Motoröl schmiert alles… und ist dementsprechend ganz anderen Belastungen ausgesetzt, als dies als „reines Motoröl“ der Fall wäre – es muss eben ein echter „Allrounder“ sein.
Ein Öl, das die JASO MA-Norm erfüllt, wird den Ansprüchen des Bandit-Motors gerecht und man ist auf der sicheren Seite – auch, wenn einige Banditfahrer seit Jahren problemlos günstiges Auto-Öl fahren.

Welches Öl denn jetzt genau?
Kurz gesagt: Mit einem motorradgeeigneten, mineralischen oder teilsynthetischen 10W-40 macht Ihr nichts falsch – ein halbwegs ausgestatteter Motorrad-Zubehörhandel sollte beides im Programm haben.
Im Forum kursierende Ölempfehlung von jemandem, dem ich das blind glaube, ist das teilsynthetische Motul 5100 10W-50 – wenn es also jemand ganz genau wissen möchte, ist das eine gute Wahl.

Und Ölwechsel?
Auch, wenn der eine oder andere Kilometer mehr Euren Motor natürlich nicht sofort ruiniert: Ich rate dazu, die Wartungsintervalle in etwa einzuhalten… wenn zum Winter ein Ölwechsel ansteht, diesen vorher machen, denn Schadstoffe im alten Öl können den Motor angreifen… Ihr solltet allerdings darauf achten, dass Euer Benzinhahn und die Schwimmernadelventile dicht sind – ansonsten läuft Euch der Kraftstoff in den Motor, was im schlimmsten Fall nicht nur Euer neues Öl ruiniert: Beim Anlassen droht ein Motorschaden!
Eine Anmerkung zum Schluss: Den Ölfilter (die besten Erfahrungen bezüglich Undichtigkeiten, die mit diesem nicht auftraten, wurden mit dem Original-Ölfilter von Suzuki gemacht) würde ich persönlich beim jedem Ölwechsel grundsätzlich mitwechseln – es bleibt sonst viel mehr altes Öl im Motor, welches das neue Öl sofort verunreinigt… und ja: Dass das neue Öl trotzdem sehr schnell schwarz wird, ist normal und gewollt, weil das neue Öl die Schwebstoffe aus dem alten Ölrest, der im Motor verblieben ist, aufnimmt… Euer Motoröl tut also, was es soll.

Zum Schluss für Euch noch eine Anleitung zum Ölwechsel aus dem alten FAQ-Brett: Klick!

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